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"Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest", "Die 12 Geschworenen" und die LP der Woche
Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp. Ganz neu in dieser Rubrik ist die LP der Woche.
GESETZ DER STRAßE - BROOKLYN'S FINEST (ab dem 01.04. in den Kinos)

Thriler, USA, 2009 Regie : Antoine Fuquas Daresteller : Ethan Hawke, Richard Gere, Wesley Snipes...
Nachdem Regisseur Antoine Fuquas bereits mit "Training Day" ein Copdrama verfilmte, in welchem er mit schnellen Schnitten und unruhiger Handkameraführung in den Polizistenalltag eintauchte, macht er es sich in seinem nun zweiten Film mit ähnlichem Plot gekonnt nach. Klauen ist ausdrücklich erlaubt, solange die Idee dahinter innovativ bleibt und man zudem bei sich selbst stibitzt. Und an guten Ideen mangelt es "Brooklyn's Finest" wahrlich nicht. Zugegeben, die Story des desillusionierten Polizisten ist einer beinahe menschenfeindlichen Umgebung - hier West-Brooklyn, eines der schäbigsten Ghettos der Metropole - ist nicht wirklich neu, hat jedoch auch aufgrund seiner Darsteller die nötige Qualität, um den Zuschauer bis zum Ende in den Sessel zu fesseln. Dass gerade Richard Gere - bekanntlich nicht gerade für seine harten Rollen bekannt - einen wichtigen Protagonisten spielt, ist bezeichnend für den Mut Fuquas. Ebenso die Besetzung von Wesley Snipes, der seit etlichen Jahren nicht mehr in A-Produktionen zu sehen war und beinahe in der Versenkung verschwunden wäre. Beide Akteure brillieren in "Brooklyn's Finest" in ihrem jeweiligen Metier. Zum einen als hypersensibler Streifenpolizist (Gere), Snipes als ziemlich lässiger Gansterboss.
Ganze sieben Tage trennen den ausgebrannten Streifencop Eddie (Richard Gere) noch von der herbeigesehnten Pensionierung. Der Veteran verzichtet auf jegliches Risiko und wird deswegen von seinen Kollegen verachtet. Als er mit dem jungen Heißsporn Melvin Panton (Logan Marshall-Green) noch kurz vor Toresschluss einen neuen Partner an die Seite bekommt, lässt die erste Konfrontation der beiden nicht lange auf sich warten… Der gläubige Cop Sal (Ethan Hawke) hat längst sämtlichen moralischen Ballast über Bord geworfen. Seine Frau Angela (Lili Taylor) ist schon wieder schwanger, sie leidet an schwerem Asthma, das durch die feuchte Bruchbude, in der die Familie haust, immer schlimmer wird. Das Haus, das Sal kaufen will, kann er aktuell noch nicht bezahlen – auch nicht mit dem Geld, das er dem Gangster Carlo (Vincent D‘Onofrio) abnimmt, nachdem er ihn kaltblütig umgelegt hat. Sal versucht verzweifelt, weiter illegal Geld einzusacken, wenn gerade keiner hinguckt… Cop Tango (Don Cheadle) haben drei Jahre im Undercover-Einsatz komplett zermürbt. Er will aussteigen und wieder ein normales Polizistenleben führen, doch sein Vorgesetzter Lieutenant Bill Hobarts (Will Patton) drängt darauf, dass Tango noch einen letzten Auftrag annimmt, bevor er wieder die Seiten wechselt. Bei seiner Abschiedsvorstellung soll er den Gangster Caz (Wesley Snipes) ans Messer liefern. Doch mit dem verbindet Tango seit Jugendtagen eine Freundschaft…
Drei Geschichten verbindet Fuquas gekonnt zusammen, lässt sie zunächst parallel zueinander verlaufen, ohne dass sie wirklich etwas miteinander zu tun haben. Erst am Ende des Films verwebt er sie indirekt ineinander, verzichtet allerdings auf die genreüblichen Verwicklungen, präsentiert jeden einzelnen Showdown getrennt voneinander - hebt als Stimmungsbild jedoch die Gemeinsamkeiten aller drei Akteure heraus. Das klingt nicht nur spannend, sondern ist es zu jedem Zeitpunkt. Zwar kommt "Brooklyn's Finest" nicht an Klassiker wie William Friedkin's "French Connection" (1971) heran, kann dennoch gut mithalten mit all den anderen Copthriller dieser Tage. (FG)
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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :
Die 12 Geschworenen

USA, 1957 Regie: Sidney Lumet Darsteller: Jack Warden, Ed Regley, Henry Fonda...
Man nehme einen beengenden Raum, zwölf großartige Schauspieler mit viel Herzblut und das geniale Drehbuch von Autor Reginald Rose. Heraus kommt ein zeitloser Klassik, welcher nicht umsonst als einer der herausragendsten Filme aller Zeiten gilt. Im Jahre 1997 von William Friedkin ("Der Exorzist") neu verfilmt, kommt jedoch nichts an das schwarz-weiße Original aus dem Jahre 1957 heran. Sidney Lumet, damals noch relativ unbekannt und zunächst nur Regisseur für billige Fernsehproduktionen, landete mit seinem ersten Kinofilm „12 Angry Men“ (zu dt. "Die 12 Geschworenen") einen durchbrechenden Erfolg. Drei Nominierungen für den Oscar, sowie vier Nominierungen für den Golden Globe und zahlreiche weitere Auszeichnungen sprechen für sich.
Nach dem langen Prozess eines Mordfalls, in dem ein 18-jähriger Puertoricaner aus den Slums des kaltblütigen Mordes an seinem Vater beschuldigt wird, ziehen sich die zwölf Geschworenen nach sechs Verhandlungstagen zurück ins Geschworenenzimmer. Ihre Aufgabe ist es einstimmig für „schuldig“ oder „nicht schuldig“ zu stimmen und für die meisten steht das scheinbar einzig rechte Urteil bereits fest. Nicht aber für den Geschworenen Nummer 8 (Henry Fonda), er hält es nicht für richtig einen armen geschlagenen Jungen zum Tode zu verurteilen, ohne nochmals über die Tat gesprochen zu haben. Er möchte zunächst nur reden, was für manch einen Charakter im Raum völlig unverständlich ist, da sie bereits sechs Tage zugehört hatten. Jedoch hat Nummer 8 begründete Zweifel an den Beweisen, die im Gericht vorgelegt wurden. Er kritisiert die mangelnde Hartnäckigkeit des Rechtsanwaltes und hebt so her Zweifel an der Interpretation der Indizien gegen den Jungen. Trotzdem möchte er ihn nicht als unschuldig bezeichnen, sondern nur reden, wie er meint, und so wird ein Beweisstück nach dem anderen nochmals gründlich betrachtet und nach und nach finden sich noch weitere Geschworene im Raum, die die Schuld des Jungen anzweifeln.
Bemerkenswert ist vor allem die Erzählzeit, die beim Zuschauer den Eindruck erweckt, lückenlos bei der Debatte dabei gewesen zu sein. Hauptsächlich wegen der vielen Informationen über die einzelnen Rollen, deren Lebensgeschichten und daraus geprägten Charakter, über die man sehr tiefgründig erfährt, ohne dass sie je zum Mittelpunkt eines Gesprächs werden. Ziemlich sicher Verantwortlich für die Zeitillusion des Zuschauers sind aber die von Lumet eingesetzten Kameralinsen mit längerer Brennweite, die eine klaustrophobische Stimmung hervorrufen und so vermeintlich das Zeitgefühl etwas manipulieren. Wem also nach wahrer Filmgeschichte ist, dem sollte dieser Krimi empfohlen sein. Faszination von der ersten bist zur letzten Minute ist garantiert. (MZ)
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Diginights präsentiert die LP DER WOCHE :
Scorpions – Sting in the Tail
(2010, Sony BMG)

Man darf gespannt sein auf die letzten Worte von Klaus Meine, seines Zeichens Frontmann der Rockband "Scorpions". Nach 40 Jahren Rock werden sie sich bald von der großen Bühne verabschieden, woran man jedoch sicherlich zweifeln darf, wenn man sich den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen von Bands wie den Rolling Stones anschaut, die ebenfalls zig mal den Rücktritt erklärten, sich jedoch - Gott sei Dank - nie wirklich daran hielten. Pünktlich zum Anfang der warmen Jahreszeit tauchen die Scorpions nun mit einem neuen, letzten (?) Album auf. "Sting in the Tail" heißt das gute Stück, welches bei den treuen Fans schon geliebt und geschätzt wird, obwohl es noch taufrisch in den Regalen steht. Es ist kein Hard Rock mehr und schon gar kein Heavy Metal, den die Scorpions uns hier vermitteln wollen. Vorbei scheinen die wilden Jahre. Eine Mischung aus Rock und Pop wäre die perfekte Definition von dem was die Scorpions nun auf CD gebannt haben und mit dem sie sich von ihren Fans verabschieden wollen.
Einige Intros erinnern noch an alte Zeiten, in denen die Band mehr Haarspray verbrauchte als Janis Joplin schnüffeln konnte. Aber man merkt einfach, dass die Scorpions nun eben nicht mehr die rebellischen Rocker sind, die sie zu Zeiten von "Rock you like a Hurricane" waren. Die obligatorischen Balladen sind vertreten und klingen wirklich noch Scorpions-like. Dennoch enthält die Platte viele poppige Elemente und ist deshalb für so manchen Fan wohl gewöhnungsbedürftig. Für echte Scorpions Fans ist das letzte Album dennoch ein absolutes Muss, für eingesessene Rocker allenfalls ein nettes Sammelstück. (ADA)

